"Schnick, Schnack, Schnuck"

Einfach Glück oder steckt da mehr dahinter?

Du kennst das sicher: Zwei Hände gehen hoch, drei Worte fallen: „Schnick, Schnack, Schnuck!“ – zack ist klar: Wer darf anfangen? Wer bekommt den letzten Keks? Wer muss den Abwasch machen? Viele denken, dass das Spiel ein reines Glücksspiel ist. Aber stimmt das wirklich? 

Wusstest du, dass manche Menschen bei „Schnick, Schnack, Schnuck“ häufiger gewinnen? Sie beobachten ihre Mitspieler ganz genau und entdecken Muster in ihrem Verhalten. Viele Menschen zeigen oft dieselbe Geste, wenn sie gerade gewonnen haben. Oder sie wechseln nach einer Niederlage zur nächsten Geste - häufig in der gleichen Reihenfolge: von Stein zu Papier, von Papier zur Schere, von Schere zu Stein. Wer diese Muster erkennt, kann beim nächsten Spielzug bewusst darauf reagieren.

Glück oder Strategie – woran erkenne ich den Unterschied?

Manche Würfelspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ basieren fast nur auf Glück. Denn bei Würfelspielen gibt es für jede Zahl auf dem Würfel die gleiche Wahrscheinlichkeit. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen zwei gewürfelten Zahlen. Der Spielende kann die Zahl auf dem Würfel nicht beeinflussen oder vorhersehen. Bei Glücksspielen kannst du deshalb keine Muster erkennen, die dich strategisch planen lassen.

Bei anderen Spielen geht es hingegen hauptsächlich um Strategie. Wenn du eine Strategie hast, dann überlegst du dir vorher, was du tun willst. Oder du denkst: Was macht wohl mein Mitspieler als Nächstes?  Schach ist ein gutes Beispiel: Dort gewinnt, wer besser vorausdenken kann. Auch bei Memory gehört mehr als Glück zum Gewinnen dazu. Überlege dir vor dem Spiel, wie du dir gut merken kannst, wo welche Karten liegen. Du kannst die Karten zum Beispiel entlang einer Schlangelinie aufdecken, um dich besser zu erinnern.

Und was ist nun mit „Schnick, Schnack, Schnuck“? 

Das Spiel ist auch eine Mischung aus Glück und Strategie. Eigentlich gibt es für jede Geste die gleiche Wahrscheinlichkeit. Aber dein Gegenspieler kann selbst entscheiden, welche Geste er oder sie zeigt. Du spielst also nicht gegen den Zufall, sondern gegen einen Menschen. Wahrscheinlich verfolgt dein Gegenüber auch eine Strategie. Manche Strategien sind leicht erkennbar – und genau das kann deine Chance sein, zu gewinnen!

Neue Regeln, neue Chancen

Besonders spannend bleiben Spiele, wenn ihr euch eigene Spielregeln ausdenkt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer vierten Geste bei „Schnick, Schnack, Schnuck“? Habt ihr das Spiel schon einmal mit Brunnen gespielt? Der Brunnen schlägt Stein und Schere, verliert aber gegen Papier. Was fällt euch noch ein?

Garantiert gewinnen

Forschende, die sich mit Spielen beschäftigen, sprechen von Spieltheorie. Sie beschreibt, wie kluge Entscheidungen getroffen werden, wenn mehrere Menschen mitspielen. Bei vielen Spielen helfen dir zwei Dinge: Mathematik und Psychologie. Die Mathematik hilft dir zum Beispiel Muster zu erkennen oder Wahrscheinlichkeiten auszurechnen. Die Psychologie unterstützt dich, das Verhalten von Menschen zu verstehen.

Welche Strategie hilft dir meistens beim Gewinnen?

Spielst du gern mit Menschen, die du besonders gut kennst oder lieber mit jemand Neuem?

Ich spiele auch gern das Strategiespiel "Vier-gewinnt".

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