Wie Medikamente wirken

Woher weiß ein Medikament, wo es uns wehtut?

„Woher weiß ein Medikament, wo es uns wehtut?" 

Das ist eine richtig gute Frage. Denn manchmal fühlt es sich genau so an: Man hat Kopfschmerzen, nimmt eine Tablette oder einen Schmerzsaft, und kurz darauf sind die Beschwerden weg. Fast so, als wäre das Medikament direkt zum Kopf geflitzt. Aber Medikamente können nicht denken und haben auch keine Landkarte von unserem Körper. Wie gelangen sie also dahin, wo sie gebraucht werden? 

Was ist drin in einem Medikament? 

Schauen wir uns zunächst an, woraus Tabletten bestehen: Sie enthalten einen sogenannten Wirkstoff – das ist der Stoff, der uns helfen soll. Dazu kommen Hilfsstoffe, zum Beispiel Milchzucker oder Stärke. Sie sorgen dafür, dass wir den Wirkstoff gut schlucken können. Denn der pure Wirkstoff ist oft winzig klein, manchmal kaum größer als ein Körnchen. Ohne Hilfsstoffe wäre der Wirkstoff schwierig zu schlucken und zu dosieren. Außerdem schmecken viele Wirkstoffe ohne Zusätze sehr bitter. 

Auch Schmerzsäfte bestehen aus dem eigentlichen Wirkstoff und Hilfsstoffen. Die Hilfsstoffe sorgen beispielsweise dafür, dass der Wirkstoff sich im Saft auflöst, oder sie machen den Saft länger haltbar. Zusätzlich werden Schmerzsäfte mit Süßungsmitteln und Geschmacksstoffen angereichert. 

Eine Reise durch den ganzen Körper 

Wenn du eine Tablette schluckst, löst sie sich im Körper auf. Der Wirkstoff gelangt dann über Magen und Darm ins Blut und reist durch den ganzen Körper – nicht nur dorthin, wo es wehtut. 

Warum hilft er dann trotzdem? Weil Wirkstoffe die Eigenschaft haben, dass sie an bestimmten Stellen besonders gut „andocken“ können – z. B. dort, wo etwas entzündet ist oder wo Bakterien wachsen. Das ist ein bisschen wie bei Schloss und Schlüssel: Ein Schlüssel passt nicht in jedes Schloss, sondern nur in ein bestimmtes. So passt auch ein Wirkstoff nicht überall im Körper gleich gut, sondern nur dort, wo bestimmte Zellen, Botenstoffe oder Krankheitserreger zu ihm passen. So kann ein Schmerzmittel dafür sorgen, dass weniger Schmerzsignale ans Gehirn geschickt werden. Ein Antibiotikum wirkt dagegen dort, wo bestimmte Bakterien sind. Und manche Medikamente geben dem Körper einen Stoff zurück, der ihm fehlt. 

Und nicht jedes Medikament muss überhaupt durch den ganzen Körper reisen: Eine Salbe kommt direkt auf die Haut, Augentropfen direkt ins Auge. So wirken sie genau dort, wo sie gebraucht werden. 

Medikamente früher und heute 

Früher hätten die Menschen auf unsere Frage wahrscheinlich ganz anders geantwortet als heute. Denn lange wusste niemand genau, was im Körper passiert. Trotzdem haben Menschen schon immer versucht, Krankheiten zu behandeln. Sie nutzten Pflanzen, Kräuter, Honig, Wärme, Ruhe oder Umschläge. Manche Mittel halfen wirklich. Andere halfen nicht oder haben sogar geschadet. Medizin besteht also nicht nur aus klugen Ideen, sondern auch aus Irrtümern. 

Heutzutage wird genau geprüft, ob ein Medikament wirklich wirkt, wie viel davon richtig ist und ob es auch schaden kann. Ein Medikament darf erst dann verkauft werden, wenn es viele Tests bestanden hat. 

Einige medizinische Entdeckungen sind purer Zufall!

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