Pilze – heimliche Wunderwesen im Boden

Was Pilze im Boden machen und was das mit dem Internet zu tun hat, erfährst du hier.

Im Boden ist einiges los! In der Erde unter deinen Füßen verbergen sich Tiere, Pflanzen und allerhand Spuren von Menschen. Aber wusstest du schon, dass auch Pilze im Boden leben? Pilze sind interessante Lebewesen. Sie gehören nicht zu den Pflanzen und auch nicht zu den Tieren, sondern bilden eine ganz eigene Gruppe. Wenn du z.B. im Wald Pilze findest, siehst du meist nur seinen oberirdischen Teil. © mikezwei/pixabayDiesen nennt man Fruchtkörper und der kann bei den verschiedenen Pilzarten ganz unterschiedlich und farbenfroh aussehen. Oft besteht der Fruchtkörper aber aus einem Stängel und einem Hut – so wie beim Champignon oder dem Steinpilz. Dieser Teil des Pilzes ist bei manchen Arten für Menschen essbar, bei manchen Arten aber auch tödlich giftig. Bitte fasse nie einen Pilz an, ohne die Erlaubnis von einer erwachsenen Person, die sich auskennt!

© Tim Brackmann/Stiftung Haus der kleinen ForscherRichtig spannend wird es, wenn wir schauen, was Pilze unter der Erde machen. Denn der größte Teil eines Pilzes lebt im Boden! Die Fruchtkörper an der Oberfläche sind wie die Blüten eines großen Netzes im Boden, dem eigentlich Pilz. Der Name dieses Netzes ist Myzel (Mü-zeel). Diese Netze im Boden können riesig werden. So riesig, dass das größte und schwerste Lebewesen ein Pilz ist. In der USA wächst ein 2400 Jahre alter Hallimasch (so heißt dieser Pilz), der eine Fläche von über 1200 Fußballfeldern und ein Gewicht von ungefähr 600 Tonnen hat. Damit ist er schwerer als vier Blauwale zusammen. Der Hallimasch wächst auch in Deutschland, wenn auch nicht ganz so groß. Roh ist er giftig, gekocht kann man ihn essen.

© Lex VB/wikimedia commonsDieses Myzel-Netz ermöglicht manchen Pilzen eine Partnerschaft mit Pflanzen, die  so eng ist, dass beide, Pilz und Pflanze, ohne einander nicht überleben könnten. Diese Art der vorteilhaften Partnerschaft unter verschiedenen Lebewesen nennt man Symbiose (Süm-bi-o-se). Der Pilz bekommt Nährstoffe von der Pflanze und der Pilz hilft der Pflanze beim Aufnehmen von Wasser und Mineralien. Zudem können miteinander verbundene Pilze und Pflanzen auch Informationen austauschen: Brennt es zum Beispiel auf der einen Seite des Waldes, weiß der Pilz auf der ganzen Fläche, wo der Brand ist und sendet diese Informationen auch an die angeschlossenen Pflanzen weiter.  Und wenn man sich vorstellt, dass Pilze ja auf einer so großen Fläche wachsen können, kann es sein, dass ein einziger Pilz mit dem gesamten Wald verbunden ist. Bei dieser Art von Informationsaustausch kann man schon sagen, dass Pilze so was wie das Internet des Waldes sind.

Pilze gibt es nicht nur im Wald! In deinem Körper leben Pilze, die dir bei der Verdauung helfen.

Frage